Photovoltaik senkt Strompreise: Warum Solarparks für den Strommarkt wichtiger werden

16/10/2026

Photovoltaik wird in Deutschland häufig vor allem unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes betrachtet. Eine aktuelle Untersuchung zeigt jedoch, dass Solarstrom inzwischen auch einen messbaren Einfluss auf die Strompreise hat. Nach Berechnungen des Energieberatungsunternehmens Enervis wären die Großhandelspreise für Strom im Jahr 2025 ohne die vorhandene Photovoltaik-Erzeugung im Durchschnitt deutlich höher ausgefallen.
Gleichzeitig bleibt Strom für Haushalte und Unternehmen in Deutschland vergleichsweise teuer. Das ist kein Widerspruch: Der Börsenstrompreis ist nur ein Bestandteil des Endkundenpreises. Netzentgelte, Steuern, Umlagen sowie die Kosten für Ausbau und Stabilisierung der Infrastruktur spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Für Eigentümer landwirtschaftlicher oder bislang ungenutzter Flächen ist diese Entwicklung besonders interessant. Denn mit dem wachsenden Bedarf an erneuerbarer Stromerzeugung gewinnen geeignete Flächen für Solarparks langfristig an Bedeutung.

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Photovoltaik senkt den Strompreis an der Börse

Grundlage der aktuellen Diskussion ist eine Studie des Beratungsunternehmens Enervis im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft. Darin wurde der tatsächliche deutsche Strommarkt des Jahres 2025 einem modellierten Szenario gegenübergestellt, in dem die vorhandene Photovoltaik-Erzeugung nicht zur Verfügung steht.

Das Ergebnis: Ohne Solarstrom wären die durchschnittlichen Großhandelspreise 2025 nach den Berechnungen rund 20 Prozent höher ausgefallen.

Der Grund dafür liegt im sogenannten Merit-Order-Effekt. An der Strombörse bestimmen die jeweils zur Deckung der Nachfrage noch benötigten Kraftwerke den Marktpreis. Photovoltaikanlagen haben nach ihrer Errichtung nur sehr geringe variable Erzeugungskosten. Wenn bei sonnigem Wetter große Mengen Solarstrom in das Netz eingespeist werden, müssen daher weniger teure Kraftwerke – beispielsweise Gas- oder Kohlekraftwerke – zur Deckung der Nachfrage eingesetzt werden.

Das zusätzliche Angebot verschiebt die Preisbildung und kann dadurch den Börsenstrompreis senken.

15,7 Milliarden Euro wirtschaftlicher Effekt durch Solarstrom

Für das Jahr 2025 beziffert die Enervis-Untersuchung den wirtschaftlichen Effekt der Photovoltaik auf insgesamt rund 15,7 Milliarden Euro.

Davon entfallen rund 13,1 Milliarden Euro auf vermiedene Strombeschaffungskosten. Weitere rund 2,6 Milliarden Euro werden dem Wert von Solarstromexporten zugerechnet.

Die Modellrechnung zeigt damit, dass der Nutzen der Photovoltaik nicht ausschließlich bei den Betreibern der Anlagen entsteht. Auch Verbraucher, Gewerbe und Industrie können indirekt davon profitieren, wenn das zusätzliche Stromangebot die Preise am Großhandelsmarkt reduziert.

Für einen typischen Privathaushalt errechnet die Studie für 2025 eine Entlastung von knapp 100 Euro. Bei einem Industriebetrieb mit einem jährlichen Stromverbrauch von zehn Gigawattstunden beträgt der modellierte Unterschied rund 235.000 Euro.

Wichtig ist allerdings die Einordnung: Dabei handelt es sich nicht um einen Betrag, der unmittelbar als Rabatt auf der Stromrechnung erscheint. Untersucht wurde vielmehr, wie sich die Beschaffungskosten und Großhandelspreise ohne die vorhandene Solarstromerzeugung entwickelt hätten.

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Mehr zu Solarpacht und Solarpachtpreisen lesen Sie in unseren folgenden Beiträgen hier auf dem Blog:

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Warum Strom in Deutschland trotzdem teuer bleibt

Dass Photovoltaik den Börsenstrompreis senkt, bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Verbraucher sehr niedrige Strompreise zahlen.

Der eigentliche Energiepreis ist nur ein Teil der Stromrechnung. Hinzu kommen insbesondere Netzentgelte, Steuern und weitere staatlich oder regulatorisch bestimmte Preisbestandteile.

Außerdem verursacht der Umbau des Energiesystems selbst Kosten. Stromnetze müssen erweitert und modernisiert, Erzeugungsanlagen angeschlossen und das zunehmend schwankende Angebot aus Wind- und Solarenergie ausgeglichen werden.

Das erklärt, weshalb gleichzeitig zwei Entwicklungen zu beobachten sein können: Solarstrom kann den Preis an der Strombörse reduzieren, während die Endkundenpreise trotzdem auf einem vergleichsweise hohen Niveau bleiben.

Auch 2025 zeigte sich diese Dynamik deutlich. Der durchschnittliche Day-Ahead-Großhandelspreis lag nach Daten der Bundesnetzagentur bei 89,32 Euro je Megawattstunde und damit höher als im Vorjahr.

Photovoltaik wirkt also preisdämpfend – sie verhindert aber nicht sämtliche anderen Faktoren, die den Strompreis beeinflussen.

Viel Solarstrom sorgt zeitweise sogar für negative Preise

Die wachsende Solarstromproduktion bringt gleichzeitig neue Herausforderungen mit sich.

Besonders an sonnigen Tagen entsteht in den Mittagsstunden mittlerweile ein sehr großes Stromangebot. Trifft dieses Angebot auf eine vergleichsweise geringe Nachfrage und auf weitere Erzeugungsanlagen, die ihre Produktion nicht kurzfristig reduzieren können, kann der Börsenstrompreis stark fallen.

2025 wurden in Deutschland in 573 Stunden negative Großhandelspreise verzeichnet.

Das ist zunächst ein Zeichen für ein hohes Stromangebot. Gleichzeitig zeigt es aber auch, dass der weitere Ausbau der Photovoltaik stärker mit anderen Bestandteilen des Energiesystems abgestimmt werden muss.

Dazu gehören insbesondere:

  • leistungsfähigere Stromnetze,
  • zusätzliche Batteriespeicher,
  • flexibler Stromverbrauch,
  • besser steuerbare Erzeugungsanlagen und
  • eine stärkere Nutzung von Solarstrom zu Zeiten hoher Erzeugung.

Für die weitere Entwicklung der Photovoltaik bedeutet das nicht zwangsläufig weniger Ausbau. Vielmehr verändert sich die Frage von „Wie viel Photovoltaik brauchen wir?“ zunehmend zu „Wo und wie lässt sich Photovoltaik sinnvoll in das Energiesystem integrieren?“.

Freiflächen-Photovoltaik bleibt ein wichtiger Bestandteil des Ausbaus

2025 speisten Photovoltaikanlagen nach Angaben der Bundesnetzagentur rund 74,1 Terawattstunden Strom in das öffentliche Netz ein. Neben Dachanlagen spielen dabei auch größere Solarparks auf Freiflächen eine wichtige Rolle.

Solche Anlagen ermöglichen es, größere Erzeugungskapazitäten auf geeigneten Standorten wirtschaftlich zu bündeln. Für Projektentwickler ist deshalb die Verfügbarkeit geeigneter Flächen ein zentraler Bestandteil des weiteren Photovoltaik-Ausbaus.

Hier kommen private Grundstückseigentümer und landwirtschaftliche Betriebe ins Spiel.

Wer über eine geeignete Photovoltaik Freifläche verfügt, muss einen Solarpark nicht selbst finanzieren oder betreiben. Eine verbreitete Möglichkeit besteht darin, die Fläche langfristig an einen Projektentwickler oder Anlagenbetreiber zu verpachten.

Für Eigentümer kann das eine zusätzliche langfristige Einnahmequelle darstellen.

Welche Flächen eignen sich für einen Solarpark?

Nicht jede freie oder landwirtschaftlich genutzte Fläche kann automatisch mit Photovoltaik bebaut werden.

Ob sich eine Fläche für einen Solarpark eignet, hängt von einer Kombination verschiedener Faktoren ab. Eine Rolle spielen beispielsweise die Größe und der Zuschnitt des Grundstücks, die Entfernung zu geeigneten Netzanschlusspunkten, die Erschließung sowie planungs- und naturschutzrechtliche Vorgaben.

Auch vorhandene Schutzgebiete, Landschaftsplanung, Bodenqualität oder bestehende Leitungen können die Entwicklungsmöglichkeiten beeinflussen.

Hinzu kommen die jeweiligen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Bestimmte Flächenarten können für Photovoltaik besonders interessant sein, während andere Standorte nur eingeschränkt oder überhaupt nicht entwickelt werden können.

Deshalb sollte eine Fläche zunächst geprüft werden, bevor Eigentümer langfristige Erwartungen an einen Solarpark knüpfen.

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Mehr zu Pachtverträgen lesen Sie in unseren folgenden Beiträgen hier auf dem Blog:

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Solarpark verpachten statt selbst investieren

Eigentümer, die einen Solarpark verpachten möchten, übernehmen in der Regel nicht selbst die Investition in die Photovoltaikanlage.

Stattdessen sichert sich ein Projektentwickler die erforderlichen Flächen und übernimmt – abhängig von der konkreten Vertragsgestaltung – die weitere Entwicklung des Projekts. Dazu gehören unter anderem Netzanschluss, Planung, Genehmigungsverfahren, Finanzierung, Bau und später der Betrieb der Anlage.

Für den Grundstückseigentümer steht dagegen die Nutzung der Fläche im Mittelpunkt.

Pachtverträge für Solarparks werden typischerweise langfristig geschlossen, da sich die Investition in eine Photovoltaikanlage über viele Jahre amortisiert. Entsprechend sorgfältig sollten Eigentümer sowohl die wirtschaftlichen Konditionen als auch die vertraglichen Regelungen prüfen.

Neben der Höhe der Pacht sind beispielsweise Vertragslaufzeit, Verlängerungsmöglichkeiten, Rückbaupflichten, Haftungsfragen und der Zeitpunkt des tatsächlichen Pachtbeginns wichtige Punkte.

Die Bedeutung geeigneter Flächen dürfte bestehen bleiben

Die aktuelle Strommarktentwicklung zeigt, dass Photovoltaik längst nicht mehr nur eine ergänzende Form der Stromerzeugung ist.

Solarstrom erreicht inzwischen Größenordnungen, die den deutschen Großhandelsmarkt spürbar beeinflussen. Die Enervis-Berechnungen verdeutlichen gleichzeitig, dass zusätzliche Solarstrommengen einen wirtschaftlichen Nutzen erzeugen können, indem sie teurere Stromerzeugung teilweise verdrängen.

Der weitere Ausbau stellt das Energiesystem allerdings auch vor neue Aufgaben. Netze, Speicher und flexible Verbraucher müssen stärker mit der wachsenden Solarleistung zusammenspielen.

Damit wird auch die Standortwahl wichtiger.

Für Eigentümer landwirtschaftlicher oder bislang ungenutzter Grundstücke kann es deshalb sinnvoll sein, prüfen zu lassen, ob ihre Fläche grundsätzlich für Photovoltaik geeignet ist. Eine positive Ersteinschätzung bedeutet noch nicht, dass dort tatsächlich ein Solarpark entstehen kann. Sie kann jedoch zeigen, ob eine weitergehende Projektentwicklung wirtschaftlich und planerisch sinnvoll erscheint.

Geeignete Freiflächen bleiben damit ein wichtiger Baustein für den weiteren Ausbau der Solarenergie – und können für Grundstückseigentümer gleichzeitig die Möglichkeit eröffnen, ihre Flächen langfristig für die Energieerzeugung bereitzustellen.

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