Pachtpreise Ackerland 2021 : Damit können Sie rechnen !

Diesen Dreiklang kennt der Bauer: Land, Arbeit und Kapital. Das sind seine sogenannten Produktionsfaktoren. Anders ausgedrückt, seine drei Standbeine. Dem Boden, auch Acker, Land, Ackerland oder Agrarfläche genannt, kommt hierbei besondere Bedeutung zu: Er ist Gut, Produktionsstandort und Produktionsfaktor zugleich. In Zeiten des Klimawandels und einer Landwirtschaft, die seit Jahren in der Krise steckt, unter anderem, weil die EU-Agrarpolitik auf Fläche stärker setzt als auf Umweltleistungen, muss so mancher Bauer neue Wege finden, seinen Boden zu Geld zu machen. Das Verpachten von Ackerland, zum Beispiel, um darauf Erneuerbare Energieerzeugungsanlagen wie Solarstromanlagen (Photovoltaik) zu errichten, ist so ein Weg. Wir erklären alles Wissenswerte über Pachtpreise von Ackerland 2021.

Was ist Ackerland?

Reden wir als Erstes übers Ackerland. Der Boden ist eins der Güter des Bauern. Er ist auch Standort für die landwirtschaftliche Produktion. Und weil er fruchtbar ist und Pflanzen hervorbringt, ist er auch ein Produktionsfaktor (Stichwort: landwirtschaftliche Nutzfläche, LF). Aus betriebswirtschaftlicher Sicht lassen sich dem Ackerland die folgenden Eigenschaften zuschrieben:

  • Das Ackerland kann nicht vermehrt werden (Unvermehrbarkeit).
  • Das Ackerland kann nicht bewegt werden (Unbeweglichkeit).
  • Das Ackerland kann nicht zerstört werden (Unzerstörbarkeit).

Gut zu wissen: Deutsches Ackerland schrumpft. Hauptgrund dafür ist, dass landwirtschaftliche Nutzflächen Siedlungsflächen und Verkehrsflächen weichen müssen. Die Wikipedia beziffert die Fläche, die den deutschen Landwirten täglich verloren geht, auf 73 Hektar. Das ist so viel Fläche, wie 1,3 durchschnittliche Landwirtschaftsbetriebe besetzen.

Demnach haben Landwirtschaft, Siedlungsbau und Verkehr Interesse am Ackerland. Und es kommt noch ein neuer Interessent buchstäblich aufs Feld: der Energiesektor. Insbesondere für die Erzeugungsanlagen von Erneuerbarer Energie, sogenannte Freiflächenanlagen, ist Platz gefragt.

Welchen Wert hat Ackerland in Deutschland?

Aus dem Vorgeschriebenen ergeben sich Rückschlüsse auf den Wert von fruchtbarem Ackerland: Es ist schließlich nicht nur unvermehrbar, sondern wird stetig knapper. Also steigt sein Wert. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) belegen das: 2018 habe ein Hektar (ha) Agrarfläche im Bundesdurchschnitt 25.485 Euro und damit 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr gekostet. In den zehn Jahren davor seien die Preise unaufhaltsam gestiegen – um 133 Prozent: Im Jahr 2009 habe der Kaufwert je Hektar im Schnitt noch bei 10.908 Euro gelegen. Dazu müssen Sie wissen, dass dieser Statistik der Preis für die Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN) zugrunde liegt, wozu Acker- und Grünland zählen, nicht jedoch garten- und weinbaulich genutzte Flächen wie bei der in der Agrarstatistik sonst meist verwendeten landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF).

Spannend ist, dass die Preise für Ackerland regional variieren. In den alten Bundesländern seien sie laut dem Deutschen Bauernverband (DBV) im Schnitt weiterhin höher und schneller geklettert: 2018 seien dort für einen Hektar Fläche im Schnitt 37.846 Euro bezahlt worden. Das sei ein Plus von 6,9 gegenüber dem Vorjahr. Zum Vergleich: In den neuen Bundesländern seien die Kaufwerte mit im Schnitt 0,6 Prozent etwas langsamer gestiegen. Ein Hektar habe dort dort 2018 mit 15.720 Euro zu Buche geschlagen.

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Kaufpreisentwicklung bei Boden nach Bundesländern in Euro je Hektar
Quelle: Statistisches Bundesamt

Landverpachtung als alternatives Standbein für Landwirte

Wer sich angesichts der zu erwartenden Wertsteigerung seines Ackerlandes nicht davon trennen möchte, kann es verpachten. Zum Beispiel an Betreiber von Energieerzeugungsanlagen. Mit der Verpachtung verschafft sich der Landbesitzer eine alternative Einkommensquelle neben den beiden landwirtschaftlichen Unternehmens-Klassikern

  • Ackerbau
  • und Viehzucht (in Deutschland klassischerweise Schweine, Rinder und Geflügel).

Das Einkommen kann dann unter bestimmten Umständen rechtlich dem landwirtschaftlichen Betrieb zugeordnet werden als selbständiger Betriebszweig innerhalb des Landwirtschaftsbetriebs gelten.

Um Ihre Berechnung per E-Mail zu erhalten, füllen Sie bitte folgendes Formular aus.

Pachtpreise Ackerland 2021 – womit Sie rechnen können

Wer sein Land verpachtet, kassiert dafür eine Pacht (Entgelt) beziehungsweise einen Pachtpreis. Dabei handelt es sich um einen "Mietzins" auf Zeit für das verpachtete Stück Ackerland, das der Pächter mit dem Ziel bewirtschaftet, darauf Gewinn zu machen. Die Höhe vom Pachtpreis hängt unter anderem davon ab, welche Wertschöpfung sich aus den auf dem Pachtacker eingebrachten Produktionsfaktoren ergibt.
Analog zu den Bodenpreisen in Deutschland stiegen in den vergangenen Jahren auch die Pachtpreise: Deutsches Ackerland brachte im Jahr 2016 Pachtpreise von im Schnitt 288 Euro pro Hektar (€/ha), sagt der DBV. Den landwirtschaftlichen Pachtflächenanteil von 58,5 Prozent an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche beziffert der Verband für das selbe Jahr auf 9,8 Millionen ha. Das heißt, dass fast zwei Drittel Pachtflächen einem Drittel Eigentumsflächen (39,6 Prozent in 2016) gegenüberstehen, wobei sich das bundesdeutsche Verhältnis aus dem westdeutschen und dem ostdeutschen ergibt. In den alten Bundesländern befanden sich 2016 54 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Pacht und 44 Prozent in Eigentum. Anders in den neuen Bundesländern: Dort waren 67 Prozent in Pacht und 31 Prozent in Eigentum.

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Gut zu wissen: Marktbeobachter stellen in den letzten drei, vier Jahren fest, dass sich die Preisdynamik auf dem deutschen Bodenmarkt spürbar abgeschwächt habe. Das gelte sowohl für die Kaufpreise als auch die Pachtpreise von Ackerland.

Regional stark unterschiedlich: Pachtpreise Ackerland 2021

Aus den genannten durchschnittlichen Pachtpreisen können Sie jedoch kaum auf die aktuellen Pachtpreise Ackerland 2021 schließen: Denn die variieren regional, also mit der Lage Ihres Ackerlandes – und zwar sehr stark. Insbesondere dann, wenn es um sogenannte Neupachten geht. Die Preise für Neupachten seien laut Marktanalysten im Bundesmittel kräftig gestiegen und lägen deutlich über dem Durchschnittswert. Die regionalen Unterschiede seien hier besonders groß. Mit fast 700 €/ha seien demnach die höchsten Ackerland-Pachtpreise in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gezahlt worden (Quelle Destatis). Bei etwa 200 Euro je Hektar hätten dagegen die Pachtpreise in Brandenburg und Sachsen gelegen.

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Wer Pachtpreise einnehmen will, braucht einen Pachtvertrag

Eine Pacht sollten Sie unbedingt mit einem Vertrag abschließen. Gleichwohl jeder Pachtvertrag auch mündlich abgeschlossen werden kann, ist eine schriftliche Version mehr als ratsam. Denn im Streitfall stünde Aussage gegen Aussage.

Beachten Sie folgende 5 Tipps beim Abschluss eines Pachtvertrags:

  • Ein Pachtvertrag, den Sie mündlich über eine Pachtdauer von mehr als zwei Jahren abschließen, gilt nach § 585 a Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) auf unbestimmte Zeit abgeschlossen.
  • Ein Pachtvertrag, den Sie auf unbestimmte Zeit abgeschlossen haben, lässt sich gemäß § 594 a BGB mit einer Zweijahresfrist zum Ende des Pachtjahres kündigen.
  • Im schriftlichen Pachtvertrag müssen Sie die Formalitäten unbedingt einhalten. Denn ein Formmangel ist ein Grund, den Pachtvertrag vorzeitig aufzulösen.
  • Benennen Sie im Pachtvertrag unbedingt, wann dieser ausläuft.
  • Regeln Sie mit Ihrem Pächter rechtzeitig ein gegebenenfalls Weiterführen des Pachtverhältnisses.

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