Photovoltaik: Zubau nimmt an Fahrt auf – aktuelle Zahlen

Dass die Energiewende nur gelingen kann, wenn erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser angezapft werden, ist klar. Denn die Erneuerbaren müssen fossile Energieträger ersetzen, damit weiterhin Strom und Wärme erzeugt werden können. Deutschland hat deshalb die besondere Bedeutung der Erneuerbaren im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2023 verankert: Sie liegen demnach im überwiegenden öffentlichen Interesse und dienen der Sicherheit. Zudem wurden im EEG 2023 die Ausbauziele konkret beziffert und getimt. Die Bundesnetzagentur belegt mit aktualisierten Zahlen von April 2022 bis hin zu den aktuellen Zahlen vom März 2023, dass insbesondere der Photovoltaik-Zubau sich dynamisch entwickelt.

So will es das Gesetz: Geplanter Zubau für Photovoltaik nach EEG 2023

Nur zur Erinnerung: Bis Ende des laufenden Jahres sollen bundesweit 9 Gigawatt (GW) an neuer PV-Anlagenleistung ans Netz gehen. Erzeugt von Photovoltaik-Anlagen, die entweder als Dach- oder Fassadenanlagen an und auf Gebäuden oder auf Freiflächen installiert sind. Ab dem Jahr 2026 sollen in jedem Jahr 22 GW neue Anlagen hinzukommen. Es ist im Zubauplan vorgesehen, dass die Anlagen zur Hälfte als Gebäudeanlagen und zur Hälfte als Freiflächenanlagen (FFA) errichtet werden sollen.

Der bezifferte und getimte Ausbaupfad für Solarstromanlagen steht im § 4 der 2023er-Fassung des EEG: Demnach sollen die Ziele nach § 1 des Gesetzes mit einer Erhöhung der installierten Leistung von Solaranlagen auf

  • 88 GW im Jahr 2024,
  • 128 GW im Jahr 2026,
  • 172 GW im Jahr 2028,
  • 215 GW im Jahr 2030,
  • 309 GW im Jahr 2035 und
  • 400 GW im Jahr 2040

sowie mit dem Erhalt dieser Leistung nach dem Jahr 2040 erreicht werden. Zum Überprüfen des Fortschritts des Ausbaus legt das EEG in § 4a einen „Strommengenpfad“ fest. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag „EEG 2023: Was ändert sich mit dem neuen Gesetz für Photovoltaik-Freiflächenanlagen?.

Die aktuellen Zubauzahlen für Photovoltaik: Plan bislang erfüllt!

Laut dem pv magazine seien nach dem aktualisierten Bericht der Bundesnetzagentur im ersten Quartal 2023 (von Anfang Januar bis Ende März) Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 2,65 GW neu zugebaut worden. Im Zuge der Berichterstattung habe die Bundesbehörde auch die Zubauzahlen für die Vormonate nach oben korrigiert, schreibt das pv magazine in seiner

Onlineausgabe. Hier kommt die zugehörige Tabelle der Bundesnetzagentur:

Grafik: Bundesnetzagentur

März-Zubau bei Photovoltaik erreicht bisherigen Höchstwert

Die folgende erneut aktualisierte Tabelle der Bundesnetzagentur schlüsselt den bundesweiten Netto-Zubau an Erneuerbaren während der letzten zwölf Monate (April 2022 bis März 2023) auf: Demnach habe dieser bei Photovoltaik-Anlagen im März bei 943,7 Megawatt (MW) gelegen. Damit toppte der Märzwert sowohl den Januarwert (898,9 MW) als auch den Februarwert (807,6 MW).

Im ersten Quartal des laufenden Jahres summiert sich der Photovoltaik-Zubau somit auf 2650,2 MW (rund 2,65 GW).

Grafik: Bundesnetzagentur

Insgesamt seien den Auswertungen der Bundesne+++tzagentur mit Stand vom 17. April 2023 zufolge bundesweit mehr als 2,85 Millionen Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 70,154 GW installiert gewesen. Die nachfolgende Tabelle belegt diese Zahlen:

Grafik: Bundesnetzagentur

Um Ihre Berechnung per E-Mail zu erhalten, füllen Sie bitte folgendes Formular aus.

Bis zum Ausbauziel 215 GW bis 2030 bräuchte es eine monatliche Zubaurate von 1.557 MW

Mit den aktuellen Zubauzahlen ist Deutschland von seinem im EEG 2023 festgeschriebenen Ausbauziel, das da lautet: 215 GW installierte Photovoltaik-Leistung bis zum Jahr 2023, noch ein ordentliches Stück entfernt. Die Bundesnetzagentur berechnete, dass zu dessen Erreichung der monatliche PV-Zubau bei 1.557 MW liegen müsste.

Grafik: Bundesnetzagentur

Aber: Mit Blick auf den von der Bundesregierung im EEG 2023 vorgegebenen Ausbaupfad für PV-Strom zur Erreichung des Ziels scheint dieses hochgerechnet durchaus erreichbar: Denn angesichts des Ausbauergebnisses des ersten Quartals ist der für 2023 geplante Photovoltaik-Zubau von 9 GW realistisch.

Mehr zum Thema „Energiewende: Deutschland ist (nicht) nicht auf Kurs! – die Gründe“ lesen Sie hier bei uns auf dem Blog.

Grafik: Bundesnetzagentur

Gebäude-Anlagen vs. Freiflächenanlagen mit EEG-Einspeisevergütung

Interessant ist auch ein genauer Blick auf die Auswertungen der Bundesnetzagentur zu den einzelnen PV-Anlagentypen:

  • Dachanlagen mit EEG-Einspeisevergütung stellen hier nach wie vor den größten Anteil der PV-Leistung: Auf sie kamen im März 2023 immerhin 589,4 der 943,7 gemeldeten MW.
  • Die Leistungszahl der PV-Freiflächenanlagen mit gesetzlicher EEG-Vergütung, die laut der Bundesnetzagentur-Statistik im März 2023 neu hinzugekommen seien, belaufe sich auf 15,5 MW.
  • Und im Bereich Photovoltaik-Mieterstrom seien Anlagen mit insgesamt 3,1 MW neu gemeldet worden.
Grafik: Bundesnetzagentur


In der Kategorie Ausschreibung habe die Bundesnetzagentur für den März 2023 einen Zubau von

  • 119 MW bei Photovoltaik-Freiflächenanlagen
  • und 14,6 MW bei Dachanlagen

verzeichnet, für die Zuschläge eingelöst worden sind.

Bei den ungeförderten Photovoltaik-Anlagen, also bei PV-Anlagen mit einer Leistung, die größer als 750 Kilowatt (kW) ist und die außerhalb der EEG-Ausschreibungen umgesetzt werden, seien demnach

  • 191,3 MW bei Freiflächenanlagen
  • und 10,2 MW bei Gebäude-Anlagen hinzugekommen.

Aktueller Stand des PV-Zubaus in den einzelnen Bundesländern

Grafik: Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur informiert nicht nur deutschlandweit über den Zubau an Erneuerbaren, sondern auch runter gerechnet auf die einzelnen Bundesländer:

  • Beim Photovoltaik-Ausbau führe in Deutschland demzufolge nach wie vor das Bundesland Bayern. Hier seien im ersten Quartal 2023 Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von fast 598 MW neu hinzugekommen.
  • Auf Platz zwei habe sich Nordrhein-Westfalen platzieren können – mit 397,6 MW neuer PV-Leistung.
  • Knapp dahinter liege Baden-Württemberg mit 380,8 MW neu errichteter PV-Leistung.

Die Schlusslichter des PV-Zubaurankings der deutschen Bundesländer bildeten der Bundesnetzagentur zufolge die drei Stadtstaaten:

  • So käme Berlin in den ersten drei Monaten 2023 auf eine neu installierte Photovoltaik-Leistung von 13,4 MW und liege somit
  • vor Hamburg mit 6,5 MW
  • und Schlusslicht Bremen mit 3,2 MW.
Aktuelle Zahlen zum Anlagenrückbau

Den Rückbau bei Photovoltaik-Anlagen beziffert die Bundesnetzagentur für März 2023 auf genau 300 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 1,4 MW.

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Über die Statistiken der Bundesnetzagentur

Mit ihrer EE-Statistik weist die Bundesnetzagentur nach eigenen Angaben die aktuelle Entwicklung ausgewählter erneuerbarer Energieträger aus. Enthalten seien demnach neben der Leistung und Zahl der installierten EE-Anlagen auch die Zahl und der Umfang registrierter Genehmigungen zu erneuerbaren Energien. Die Auswertung erfolge sowohl auf Bundesebene als auch auf Länderebene und fokussiere sich auf das jeweils aktuell laufende Jahr. Die Bundesbehörde berücksichtige in ihrer EE-Statistik nicht nur geförderte Anlagen, sondern auch solche, die nicht nach dem EEG gefördert würden.

Die Zahlen beruhen laut der Bundesnetzagentur auf den aktuellen Meldungen der Anlagenbetreiber im Marktstammdatenregister (MaStR) sowie auf dem jährlich von der Bundesnetzagentur erstellten Monitoringbericht. Hierbei sei zu berücksichtigen, dass insbesondere der jeweils letzte ausgewiesene Monat wegen etwaiger Nachmeldungen seitens der Anlagenbetreiber und möglicher Korrekturen als vorläufig zu betrachten sei.

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