Zeitenwende trifft die Flächennutzung

5/11/2025

Die Zeitenwende in der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik wirkt zunehmend über klassische Militärfragen hinaus. Auch die Energiewende und insbesondere die Photovoltaik auf Konversionsflächen stehen vor neuen Rahmenbedingungen. Ein aktuelles Moratorium des Bundesministerium der Verteidigung zur zivilen Nachnutzung ehemaliger Militärliegenschaften verändert die Ausgangslage für Projektentwickler und Flächeneigentümer spürbar.

Für Eigentümer ehemals militärisch genutzter Areale stellt sich nun die Frage: Welche Konsequenzen hat das Moratorium für bestehende und geplante Solarparks – und welche Optionen bleiben weiterhin attraktiv?

Konversionsflächen: Bedeutung für Photovoltaik-Freiflächen

Konversionsflächen sind Areale, die früher militärisch genutzt wurden und anschließend für zivile Zwecke freigegeben wurden. Seit den 1990er-Jahren – insbesondere nach dem Ende des Kalten Krieges und der Aussetzung der Wehrpflicht – entstanden auf solchen Flächen Wohnquartiere, Gewerbegebiete sowie Anlagen zur erneuerbaren Energieerzeugung.

Für die Photovoltaik waren Konversionsflächen besonders interessant:

  • vorbelastete Böden mit geringem Nutzungskonflikt
  • gute planungsrechtliche Voraussetzungen
  • EEG-Förderfähigkeit
  • hohe Akzeptanz in vielen Kommunen

Gerade für Flächeneigentümer bot die Verpachtung an Solarprojektierer eine langfristige, stabile Einnahmequelle ohne landwirtschaftliche Nutzungseinschränkung.

Das Moratorium: Neue Prioritäten der Verteidigung

Vor dem Hintergrund veränderter geopolitischer Bedrohungslagen hat das Verteidigungsministerium entschieden, den laufenden Konversionsprozess vorerst zu stoppen. Ziel ist es, die Verteidigungs- und Bündnisfähigkeit zu sichern und Flächen vorzuhalten, die perspektivisch wieder militärisch genutzt werden könnten.

Konkret betrifft das Moratorium rund 200 Liegenschaften:

  • 187 ehemals militärisch genutzte Areale
  • 13 derzeit noch aktive Standorte mit ursprünglich geplanter ziviler Nachnutzung

Diese Flächen sollen einer sogenannten strategischen Liegenschaftsreserve der Bundeswehr zugeführt werden.

Mehr zu Planung, Genehmigungen und Bau eines Solarparks lesen Sie in unseren folgenden Beiträgen hier auf dem Blog:

Auswirkungen auf Photovoltaik-Projekte

Für die Photovoltaik-Branche bedeutet das Moratorium vor allem Planungsunsicherheit. Viele der betroffenen Flächen galten bislang als besonders geeignet für Freiflächenanlagen und waren Teil laufender Projektentwicklungen.

Aktuell lassen sich drei Situationen unterscheiden:

  1. Bereits errichtete Anlagen: Derzeit gibt es keine verbindliche Aussage, ob bestehende PV-Anlagen betroffen sein könnten.
  2. Projekte in Planung: Hier besteht das größte Risiko, da Genehmigungs- und Nutzungsprozesse ausgesetzt oder neu bewertet werden könnten.
  3. Noch unerschlossene Flächen: Diese stehen vorerst nicht mehr für neue zivile Nutzungen zur Verfügung.

Die Prüfung der Liegenschaften erfolgt schrittweise unter Einbindung von Ländern und Kommunen. Nicht alle 200 Flächen werden zwangsläufig dauerhaft der strategischen Reserve zugeordnet.

Rolle der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Die betroffenen Areale verbleiben zunächst in der Verwaltung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Nach aktuellem Stand befinden sich auf diesen Liegenschaften bereits drei Photovoltaikanlagen im Betrieb, eine weitere ist in Planung.

Das zeigt: Photovoltaik auf Konversionsflächen ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sondern wird im Einzelfall neu bewertet. Entscheidend sind sicherheitspolitische Relevanz, Standortfaktoren und regionale Interessen.

Mehr zu Solarparkförderungen lesen Sie in unseren folgenden Beiträgen hier auf dem Blog:

Was bedeutet das für Flächeneigentümer?

Für Eigentümer ehemaliger Militärflächen ist die Situation differenziert zu betrachten. Zwar erschwert das Moratorium kurzfristig neue Projekte, langfristig bleibt die Nachfrage nach geeigneten Freiflächen für Solarparks jedoch hoch.

Wichtig für Eigentümer:

  • frühzeitige Prüfung der Flächenhistorie
  • Klärung, ob die Fläche vom Moratorium betroffen ist
  • Bewertung alternativer Nutzungsmöglichkeiten
  • professionelle Begleitung bei Pacht- und Projektanfragen

Gerade außerhalb des betroffenen Liegenschaftskreises gewinnen andere Konversionsflächen, Industrie- und Verkehrsbrachen zusätzlich an Bedeutung.

Mehr zum Thema Landpacht lesen Sie hier auf unserem Blog:

Chancen trotz Zeitenwende

Die Energiewende bleibt ein zentrales politisches Ziel. Der Ausbau der Photovoltaik erfordert weiterhin große, gut geeignete Flächen. Auch wenn einzelne Konversionsflächen temporär nicht verfügbar sind, steigt der Druck, andere Potenziale zu erschließen.

Für Flächeneigentümer bedeutet das:

  • steigendes Interesse von Projektentwicklern
  • langfristige Pachtverträge mit stabilen Erträgen
  • sinnvolle Nachnutzung nicht mehr benötigter Areale

Plattformen wie Landverpachten.de unterstützen Eigentümer dabei, ihre Flächen professionell zu bewerten und geeignete Investoren für Photovoltaik-Freiflächenanlagen zu finden.

Um Ihre Berechnung per E-Mail zu erhalten, füllen Sie bitte folgendes Formular aus.

Neue Rahmenbedingungen, aber kein Stillstand

Die Zeitenwende bringt für die Photovoltaik auf Konversionsflächen neue Herausforderungen, insbesondere durch das Moratorium auf ehemaligen Militärliegenschaften. Gleichzeitig bleibt der strukturelle Bedarf an Solarstrom und geeigneten Flächen hoch.

Für Eigentümer ist jetzt entscheidend, informiert zu bleiben, individuelle Flächenpotenziale realistisch einzuschätzen und auf erfahrene Partner zu setzen. Auch unter veränderten politischen Vorzeichen bleibt die Verpachtung von Flächen für Photovoltaik ein zukunftsfähiges und wirtschaftlich attraktives Modell.

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